Riad/Washington – [–>Ausgerechnet zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September eskaliert die nächste Krise im Nahen Osten! Die Huthi-Rebellen im Jemen haben binnen zwei Tagen die Hafenstadt Mokka (wo früher der arabische Kaffee herkam) und eine Insel im Roten Meer erobert, in der wichtigen Meeresstraße Bab al-Mandab. Drohnenangriffe von iranisch unterstützten Milizen aus dem Irak zwangen Saudi-Arabien am Freitag, seine Ost-West-Öl-Pipeline stillzulegen. Heißt: Während im Persischen Golf Teheran weiter die Straße von Hormus stilllegt, ist jetzt auch noch die derzeit wichtigste Öl-Pipeline der Welt zu!
Huthi-Terroristen jubeln bei ihrer Einnahme der jemenitischen Hafenstadt Mokka (Freitag, 11. September 2026)
Albtraum für die Saudis und die Welt
Riad, Rotes Meer, Straße von Hormus – für Kronprinz Mohammed bin Salman (MbS), den mächtigsten Mann Arabiens, ist das der Albtraum schlechthin. MbS telefonierte am Donnerstag zweimal mit Trump und drängte ihn zu Angriffen auf die Huthis. Das berichten zwei US-Regierungsvertreter dem Portal „Axios“.
Doch Trump lehnte dies ab! US-Vertreter betonten, dass die Regierung derzeit keine Pläne für ein direktes Eingreifen gegen die Huthi-Rebellen habe. Heißt: Trump lässt die Saudis zunächst im Stich und frustriert MbS schon wieder.
Wankelmütiger Partner USA
Schon 2019, nach einem Huthi-Angriff, der die halbe saudische Ölproduktion lahmlegte, blieb Washington untätig. Im Februar griffen die USA gemeinsam mit Israel den Iran an – ohne die Golfstaaten überhaupt zu informieren.
Nicht nur, dass der erhoffte Effekt – ein Sturz des auch von den Saudis verhassten Mullah-Regimes – ausblieb. Im Gegenteil zog Teheran die Saudis und andere Golfstaaten mit Raketen- und Drohnenattacken in den Krieg hinein und legte die Straße von Hormus faktisch lahm. Saudi-Arabien wich aus, leitete Öl per Pipeline zum Roten Meer um, von dort weiter über den Suezkanal nach Europa oder durch die Meerenge Bab al-Mandab nach Asien. Das konnte die Hormus-Blockade nicht ausgleichen, aber doch etwas abfedern. Nun ist auch diese Route zu – und der Ölpreis reagierte sofort, erreichte erstmals seit Mai wieder (kurzzeitig) die 110-Dollar-Marke (für ein Barrel der Sorte Brent).
Warum Trump zögert
Jetzt sind die amerikanischen Streitkräfte vor allem an der Straße von Hormus gebunden, ihre Bestände an Abfangraketen sind angespannt. Und der Krieg ist bei den Wählern in den USA unbeliebt – Trump hatte versprochen, keine neuen Nahost-Kriege zu beginnen. Eine Offensive gegen die Huthi könnte seine Partei vor den Kongresswahlen zusätzlich belasten.
Trump scheint davor zurückzuschrecken, einen ohnehin unpopulären und festgefahrenen Krieg im Nahen Osten kurz vor den Kongresswahlen (3. November) auszuweiten. Und die Mullahs haben wieder Oberwasser: Der Vormarsch der Huthi-Terroristen und die Schließung der Saudi-Pipeline sorgen für riesigen Druck auf die Weltwirtschaft. Es überkompensiert bei Weitem, was die Mullahs zuletzt an Einfluss in der Straße von Hormus verloren hatten.
Auf die Frage, ob er den Druck auf den Iran erhöhen wolle, wich Trump laut „Axios“ mit den Worten aus: „Vielleicht mache ich das nicht wegen der Wahl.“